GR: Auf falschem Weg
03. Juli 2025
Die Region Haldenstein bietet ideale Ausgangspunkte für Biketouren. Besonders beliebt ist der sogenannte „Katzenburg-Trail“, der an der gleichnamigen Burgruine vorbeiführt – ein geschätzter Feierabendklassiker. Die zunehmende mediale Aufmerksamkeit könnte ein Grund sein, warum dieser Trail in den letzten Jahren vermehrt befahren wird. Was dabei übersehen wird: Es handelt sich bei dieser Route um keinen offiziellen Weg - und er führt direkt durch das Naturschutzgebiet „Schotsch“, das seit 2021 zum Inventar der nationalen Trockenwiese- und weiden gehört. Das Gebiet zeichnet sich durch eine besonders hohe Dichte an seltenen und schützenswerten Pflanzen- und Tierarten aus. Um diesen einzigartigen Lebensraum zu schützen, hat der WWF Graubünden Ende Mai zwei Hinweisschilder angebracht und bittet alle Bikerinnen und Biker, diesen Bereich zu meiden.
Auch die Abteilung Wald und Alpen der Stadt Chur engagiert sich für den Erhalt des Gebiets.
„Es handelt sich um ein sehr sensibles Gebiet – das sollte allen Nutzerinnen und Nutzern bewusst sein“, sagt Mattiu Cathomen, Verantwortlicher bei der Abteilung. Leider wurden in jüngster Zeit auch Abkürzungen durchs Gelände festgestellt, was auf eine gewisse Unachtsamkeit im Umgang mit der Natur hinweist. Dabei zeigt etwa die kantonale Kampagne „Fairtrail“, dass ein respektvoller Umgang mit der Natur möglich ist.
«Fair unterwegs sein bedeutet: Rücksicht nehmen, Natur achten und Verantwortung übernehmen», erklärt Tanja Niffeler, Co-Geschäftsleiterin WWF Graubünden. Und Alternativen gibt es genug – zahlreiche Bike-Routen rund um Chur bieten sportliche Herausforderungen, ohne sensible Lebensräume zu beeinträchtigen.
Weitere Informationen:
Tanja Niffeler, Co-Geschäftsleiterin WWF Graubünden, tanja.niffeler@wwf.ch, 081 555 03 84