Blog 50 Jahre WWF Graubünden

Willkommen im Blog des WWF Graubünden

Hier teilen wir spannende Einblicke in unsere Naturschutzarbeit, Erfahrungsberichte aus Freiwilligeneinsätzen und Geschichten, die zeigen, wie wir gemeinsam die einzigartige Natur Graubündens schützen. Lassen Sie sich inspirieren und begleiten Sie uns auf unserem Weg für eine nachhaltige Zukunft.


Wo Mensch und Bär zusammenleben – eine Reise ins Herz Sloweniens

24.8.2025

Fast 1000 Bären leben in Slowenien – auf einer Fläche halb so gross wie die Schweiz. Unsere viertägige Exkursion führte uns zu Menschen, die gelernt haben, mit diesen Tieren zu leben: ein Schäfer in Sella Chianzuntan, der seine Herde mit Hunden schützt; ein Imker in Kočevsko, der seine Bienenstöcke bärensicher macht und uns seinen Honig verkosten liess; und ein Jäger in Mašun, der über die Tradition der Bärenjagd berichtete.

Das Highlight aber war unser Abend am Hochsitz: Zuerst ein junger Bär, dann eine Mutter mit drei Jungen – ganz nach und doch in respektvollem Abstand.

Zum Abschluss wanderten wir durch die Wälder von Mašun, begleitet von Geschichten und Wissen über das Leben der Bären. Wir kehrten zurück mit dem Gefühl, etwas Kostbares erlebt zu haben: das Miteinander von Mensch und Grossraubtier in einer Landschaft, die reich an Natur und Geschichten ist.

Nina Rossi & Pascal Casanova


Clean-up-Day 2025 am Alpenrhein

23.8.2025

Einmal mehr hat der WWF Graubünden am Alpenrhein aufgeräumt. Diesmal waren auch Freiwillige der Naturfreunde Graubünden bim Uferputzata am Rhein mit dabei. Es ist immer weider erstaunlich, was man im und am Wasser findet. Der Rhein trägt jedes Jahr rund eine Million Kilogramm Abfälle ins Meer. Dort kann der Abfall für Tiere zur tödlichen Falle werden. Vielen Dank allen Freiwilligen für diesen tollen Einsatz.

Beat Deplazes, Organisator und Präsident WWF Graubünden


Pandas auf Bündner Tournée

Unsere Pandas besuchen Orte und Projekte, die dem WWF Graubünden wichtig sind, die der WWF mitgeprägt oder lanciert hat.



Die Pandabären besuchen Poschiavo

13.8.2025

Heute zog es die 50 Pandabären in die italienischsprachige Schweiz. Diese Reise über den Berninapass haben die WWF Mitarbeiter:innen ebenfalls einige Male gemacht. Für das Lago Bianco Projekt ist der WWF Graubünden mehrere Jahre lang immer wieder nach Poschiavo gereist. Im Puschlav wurde auch eines der WWF-Modellprojekte für die ersten Herdenschutzhunde in Graubünden durchgeführt. Und nächstens wird der WWF mit Freiwilligen im Tal einen neuen Amphibienteich bauen.

Auf der Piazza comunale in Poschiavo haben sich die 50 Pandabären auf jeden Fall wohl gefühlt  und für einige spannende Gespräche gesorgt. Nun wartet die nächste Station auf sie.

Beat Deplazes, Präsident WWF Graubünden



Die Welt der Schrecken entdecken

9.8.2025

Im Engadin und Val Müstair kommen viele verschiedene Heuschrecken vor. Dazu gehören z.B. der Warzenbeisser, die grosse Höckerschrecke oder die Sumpfschrecke. Zusammen mit Expert:innen haben die Kursteilnehmer:innen diese drei spannenden Schreckenarten und ihren Lebensraum kennengelernt. Mehrere Kursteilnehmende werden am Citizen-Science-Projekt teilnehmen und Daten zu diesen Arten sammeln, eine wichtige Grundlage für den Artenschutz. Das Heuschreckenprojekt ist ein gemeinsames Projekt von Pro Terra Engiadina, WWF, Biosfera Val Müstair, Wilde Nachbarn und Engadiner Naturforschende Gesellschaft. 

Anita Mazzetta, Co-Geschäftsleiterin WWF GR


PandAction in Arosa

8.8.2025

Unsere Panda-Roadshow geht weiter. Die 50 Pappemaché Pandas haben heute Arosa besucht. Mit gutem Grund. In den vergangenen Jahrzehnten haben wir uns immer wieder mit Projekten in der Gemeinde Arosa befasst, z.B. mit dem Schutz der Moorlandschaft Durannapass, mit der Skigebietsverbindung Arosa-Lenzerheide oder mit dem Bärenpark. Bei Gästen und Einheimischen haben die putzigen Pandabären auf jeden Fall für viele Ohs und Achs gesorgt.

Nun geht die Reise weiter nach Poschiavo. Sie freuen sich auf die Piazza comunale.

Beat Deplazes, Präsident WWF Graubünden


Neophyten rupfen für die Natur

29. und 30.7.2025

Seit mehreren Jahren rupfe ich kanadische Goldruten, ein invasiver und damit problematischer Neophyt. Gerade in Biotopen ist diese wuchskräftige Zierpflanze ein grosses Problem für die Natur. So hohe Pflanzen wie dieses Jahr habe ich aber noch nie vorgefunden. Beim Amphibienbiotop auf dem Rossboden in Chur habe ich an zwei Tagen drei 110 Liter grosse Säcke mit kanadischen Goldruten gefüllt. Die Arbeit ist damit aber noch nicht fertig. Es hat noch etliche Neophyten für die nächsten Tage. Ich bleibe dran und würde mich auf Unterstützung freuen.

Beat Deplazes, Freiwilliger und Präsident WWF Graubünden


3. Forschertag: Eintauschen in die Welt der ova Chamuera

6. Juli 2025

«Der junge Bartgeier versteckt sich hinter einer Arve», so die Worte des Exkursionsleiters David Jenny, Biologe und Präsident der Naturforschenden Gesellschaft Engadin SESN. Kurze Zeit später wird der Jungvogel von einem Elterntier gefüttert und unsere Gäste am Forschertag können den jungen Bartgeier beobachten. Am Posten «Kreuzottern und Co» können sie gar eine schwarz gefärbte Kreuzotter, die einer der Experten früh am Morgen im nahen Gebüsch gefangen hatte, bestaunen. An acht Posten erfahren die Besucher und Besucherinnen von Fachleuten, wer am und im Bach Ova Chamuera lebt, welche Vision die Gemeinde La Punt Chamues-ch mit der Aufweitung des Inns und des Mündungsbereichs der Ova Chamuera verfolgt und weshalb die Ova Chamuera ökologisch wertvoll ist. Auch der 3. Forschertag – dieses Mal in La Punt Chamues-ch – ist ein erlebnisreicher Tag für Naturinteressierte.

Anita Wyss, WWF-Projektleiterin


Gasteinsatz auf der Alp Pazzola in der Surselva

5.7.2025

Fünf Unterländer, wovon drei aus der Region St. Gallen/Thurgau, folgten dem Aufruf der Bündner Sektion vom WWF. So waren acht Freiwillige mit fünf einheimischen Bauern auf der Alp Pazzola, oberhalb von Disentis / Mumpé Medel, auf 1869 Meter über Meer im Einsatz. Im steilen Gelände arbeiteten wir am Vormittag in zwei Gruppen. Das Ziel war Weideland von Grün-Erlen und Vogelbeer-Sträuchern zu befreien.  

Die Bauern an den Motorsägen und wir mit Handarbeit. So verbrachten wir einen sehr anstrengenden Vormittag. Die ungewohnte Höhenlage erschwerte die schweisstreibende Arbeit und so waren wir nicht böse, als die Bauern am Nachmittag mit heuen beschäftigt waren und wir uns auf eine kurze Moor-Wanderung begeben konnten.  

Wir dürfen auf ein gelungenes und eindrucksvolles Wochenende mit einem tiefen Einblick in die Arbeit der Sennerinnen und Senner auf den Alpen zurückblicken. Auf der Alp Pazzola ist jeweils um drei Uhr Tagwache. Zuerst gilt es, die 60 Kühe zu melken und die Milch zu Käse zu verarbeiten. Dann müssen aber auch Weideflächen eingezäunt werden und die 50 Alp Schweine versorgt werden. Die Alpsaison dauert von anfangs Juni bis etwa zum 10. September. 

Bruno Gamper, Freiwilliger 


Global denken, lokal handeln: Gemeinsam die Zukunft gestalten

20./21.6.2025

Der WWF engagiert sich global bis lokal für einen gesunden und lebendigen Planeten. Er ist weltweit in über 100 Ländern aktiv. In der Schweiz arbeiten 23 kantonale WWF-Sektionen mit den Regionalbüros, Ehrenamtlichen und Freiwilligen für die Ziele des WWF. Einmal pro Jahr treffen sich die Delegierten der WWF-Sektionen an der Sektionenkonferenz. Weil der WWF Graubünden sein 50-jähriges Jubiläum feiert, hat er die Delegierten eingeladen, nach Graubünden zu kommen.

Im grössten Bergsturzland

Im Haus der Begegnung des Klosters Ilanz haben die Delegierten über Herausforderungen und Strategien der Zukunft diskutiert. Der WWF Graubünden hat sie aber auch mit einem bunten Rahmenprogramm überrascht. Ein bleibender Eindruck hinterlässt hoffentlich der Abstecher in die Naturlandschaft der Ruinaulta. Nach der spektakulären Zugfahrt durch die Rheinschlucht können die Delegierten nun von oben einen atemberaubenden Blick in die Rheinschlucht werfen. Nicht minder spektakulär sind die Ausführungen von Jürg Caprez, Präsident des Vereins Rheinschlucht und Geologe, über das einzigartige Naturereignis des Flimser Bergsturzes. Mit 10 km3 (=1000 Mio.m3) Bergsturzmasse gilt es als grösster Bergsturz der Alpen. Dieser prägt bis heute die Landschaft nicht nur der Rheinschlucht und der Surselva, sondern weit darüber hinaus. Zum Vergleich: Der Bergsturz von Blattern hat 3 Mio. Kubikmeter Geröll ins Tal transportiert.

In Bescheidenheit leben

Bescheidener ging es am nächsten Tag in Ilanz zu und her. Wir haben hier nicht nur die Atmosphäre im Haus der Begegnung genossen. Wir dürften die lange Geschichte und das eindrückliche Wirken der Dominikanerinnen in Ilanz entdecken. In der Diskussion zwischen Anna Deplazes Zemp, Umweltethikerin und WWF-Stiftungsrätin und Schwester Ingrid Grave, bekannt als ehemalige Moderatorin der "Sternstunde"  ging es um unser Verhältnis zur Umwelt. Sie waren sich einig, dass mehr Bescheidenheit und Respekt gegenüber der Umwelt für uns überlebenswichtig ist.

Dem Vorstand des WWF Graubünden möchte ich ganz herzlich für die Organisation dieses spannenden Rahmenprogrammes danken, den Delegierten für ihr unermüdliches Engagement und dem Haus der Begegnung für den herzlichen Empfang in Ilanz. 

Anita Mazzetta, Co-Geschäftsleiterin WWF Graubünden


Auf den Spuren des Luchses

11.6.2025

Das Engadin ist ein vielfältiger Lebensraum für zahlreiche Wildtiere, doch besonders der Luchs bleibt fast unsichtbar.  Gemeinsam mit den lokalen Wildhütern haben wir uns auf die Spuren des Luchses begeben. Feine Hinweise verraten seine Präsenz. Auf der Wanderung erfahren wir nicht nur Wissenswertes über den Luchs, sondern auch über Hirsche, Rehe und Gämsen, die den Lebensraum mit ihm teilen. Eine spannende Exkursion in die Welt des Luchses.

WWF Graubünden


Das kleine Paradies auf dem Schotsch

4.6.2025

Bei windigem Wetter wandern wir durch den Schotsch zur Katzenburg in Haldenstein. Beim Einstieg schlängelt eine Baby-Ringelnatter über den Weg. Die Farbtupfer der Feuerlilien und der Pyramiden-Orchideen, das zarte Federgras und andere seltene Pflanzen begeistern die Anwesenden. Dank den Ausführungen von Markus, Andrea und Hans erahnen wir, wie viele Überlegungen, Fachwissen und Überzeugungsarbeit und wie viel Arbeit von Freiwilligen geleistet wurde, um diesen grossartigen Lebensraum zu schaffen und zu erhalten. Danke allen!

Lisa Janisch, Exkursions-Teilnehmerin



Puurezmorge auf dem Biohof Las Sorts in Filisur

25.5.2025

Eine bunt gemischte Gruppe von fast 40 Gästen trifft am Sonntag Vormittag zum begehrten Puurezmorge mit Hofführung in Las Sorts in Filisur ein. Nach der Begrüssung durch WWF GR-Präsident Beat Deplazes und einer kurzen Einführung von Betriebsleiter Marcel Heinrich ins Thema regenerative Landwirtschaft zeigt uns Lehrling Donat den Stall. Die Grauviehherde, die wir nur von der nahen Weide her bimmeln hören, wird nach KAG-Richtlinien – dem strengsten Label für Tierhaltung in der Schweiz – gehalten. Ihr Mist und ihre Gülle tragen wesentlich zur Düngung von Acker- und Wiesland bei. Anschliessend führt uns Marcel Heinrich in verschiedenen Stationen über den Betrieb und hält überall spannende Informationen zu unterschiedlichen Aspekten der regenerativen Landwirtschaft bereit. Schon bei der Kompostteemaschine wird uns klar, wie komplex ein nachhaltiger Umgang mit dem Boden ist und welch riesiges Wissen sich die Heinrichs im Lauf der Jahre erworben haben. Gleichzeitig machen sie immer neue Erfahrungen. So steht mitten in der Kunstwiese eine neu gepflanzte Baumreihe mit einheimischen Obstsorten. Sie trägt nicht nur zu mehr Biodiversität bei, sondern erhöht nachweislich die Erträge auf den angrenzenden Acker- und Wiesenflächen, schützt vor Wind, Hitze und Trockenheit. 

Die Ackerbohne: Stickstofflieferant und Basis für leckeren Hummus

Neben den zahlreichen alten Kartoffelsorten, für die Las Sorts bekannt ist und die inzwischen in der ganzen Schweiz verkauft werden, stehen alte Getreidesorten und Ackerbohnen. Alte Sorten haben deutlich längere Wurzeln, sie sind dadurch widerstandsfähiger und bilden mehr Humus. Auch deshalb beträgt der Humusgehalt auf den Feldern von Las Sorts etwa 9%, sonst liegt er bei durchschnittlich 2.5%. Hier wird auch mit verschiedenen Untersaaten experimentiert, um einerseits Schädlinge wie den Bohnenkäfer in Schach zu halten und anderseits die Bodenbearbeitung zu minimieren bzw. dafür zu sorgen, dass der Boden möglichst das ganze Jahr über bedeckt ist.

Die regenerative Landwirtschaft: ein Werkzeugkasten

Marcel sieht die regenerative Landwirtschaft nicht als Regelsystem mit Vorschriften und Verboten, sondern als Werkzeugkasten, aus dem alle die für sie geeigneten Massnahmen auswählen können. Bei den Heinrichs wird vieles seit Jahren ausprobiert und immer wieder angepasst. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau FibL und mit Hochschulen. Was die Bodenbiologie betrifft, hat die Forschung noch sehr viel Nachholbedarf. Und auch von der Pflanzenzüchtung erwarten sich die innovativen Bauern in Zukunft weitere Fortschritte, etwa wenn robuste alte Sorten mit ertragreicheren Varianten gekreuzt werden. 

Vom Acker auf den Teller

Nach so vielen lehrreichen Inputs zu Theorie und Praxis der regenerativen Landwirtschaft bedienen wir uns nur zu gern am reichhaltigen Brunchbuffet, das Sabine Heinrich mit Unterstützung der ganzen Familie und weiteren Helfer:innen bereitgestellt hat. Neben vielen andern Hofprodukten stösst das Hummus aus den hofeigenen Ackerbohnen auf besonderes Interesse – und tatsächlich, es schmeckt köstlich und macht jedem Kichererbsenhummus Konkurrenz!

Katharina Belser, Organisatorin und Besucherin

Mehr zum Biohof Las Sorts hier



Tag der guten Taten

25.5.2025

Gemeinsame für die Natur

Am nationalen Tag der guten Tat wurden in der ganzen Schweiz kleine und grosse gute Taten vollbracht. In Chur haben Freiwillige unter dem Motto "BiodiverCity" 300 einheimische Pflanzen beim Stadtbaumgarten gepflanzt und so die Stadt ein Stück wilder gemacht.

Ein riesen Dankeschön an euch alle für den super Einsatz heute. Es hat grossen Spass gemacht und wir haben echt was erreicht. Ich freue mich schon in einem Jahr zu sehen, was da alles spriesst, blüht und herumfliegt.

Herzlichen Dank für eure gure Tat.

Nicolas Schnoz, Verantwortlicher Umweltbildung und Freiwilligenmanagement, WWF Südostschweiz


Der Rein da Sumvitg ist eine nominierte Gewässerperle

21.5.2025

Was für eine Feier! Gemeindevertreter und -vertreterinnen sowie Freunde der Gewässerperlen feiern die nominierten Gewässerperlen 2025 in der alten Cigarettenfabrik in Zürich. Unter den gefeierten 9 Flüssen und Bächen ist auch der Rein da Sumvitg mit der einmaligen Greina-Ebene. Die Gemeindevertreter von Sumvitg nehmen die Nominierung vom Verein Gewässserperlen und von der Jury-Präsidentin Christa Rigozzi entgegen. Die Gemeinde kann nun den Rein da Sumvitg zertifizieren lassen, sofern sie das will. 

Grosses Interesse für das Label "Gewässerperle PLUS"

Die neun Gewässerperlen wurden von einer unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Christa Rigozzi aufgrund ihrer Natürlichkeit und Schönheit ausgewählt. Der Verein Gewässerperlen und der WWF würdigen mit der Nominierung die Gemeinden, die sich für den Erhalt ihres Gewässers starkmachen. 

Das Interesse am Label ist gross: Mit dem Label Gewässerperle PLUS sind bereits 6 Flüsse in der Schweiz zertifiziert, darunter auch der Beverin (Gemeinde Bever GR) und die Ova Chamuera (Gemeinde La Punt Chamues-ch GR). Im Zertifizierungs-Prozess sind weitere 4 Gewässerperlen PLUS. 

Anita Mazzetta, Co-Leiterin WWF Graubünden



Tonnenweise Steine für einen wertvollen Lebensraum

17.5.2025

Mitten im Herzen der Surselva, im wunderschön gelegenen Dörfchen Schlans, haben wir unter der Leitung der WWF-Leiterin Pepi Ahonen mit viel guter Stimmung und Elan eine Trockensteinmauer errichtet - ein wertvoller Lebensraum für viele Tiere.

Stein um Stein

Insgesamt zehn Tonnen Geröll haben wir freiwillige Helferinnen mit den Gebrüdern Pfister vorsichtig angehäuft - ein Mix verschiedener Gesteinsarten. Die unterschiedliche Beschaffenheit des Materials, die durch die tektonischen Gegebenheiten der Region bedingt ist, machte die Aufgabe, den passenden Stein zu finden, umso spannender. Gerade in solchen Momenten kommt man wirklich mit den Gegebenheiten des Ortes in Kontakt. Dabei kann man in die Umwelt eintauchen und der Natur etwas zurückgeben.

Aline Bürgi, Freiwillige


PandAction: Panda-Roadshow in Chur

14.5.2025

Jetzt hatten unsere herzigen Pappmaché-Pandas endlich ihren grossen Auftritt. Heute besiedelten sie gleich reihenweise die Bahnhofstrasse Chur. 50 Pandas für 50 Vereinsjahre. Und natürlich haben sie auch die Blicke auf sich gezogen. In diesem besonderen Jubiläumsjahr möchten wir ja nicht nur auf eine erfolgreiche Geschichte zurückblicken, sondern auch die Freude und Begeisterung wecken, um die Anliegen des Natur- und Umweltschutzes voranzubringen. WWF-Freiwillige und WWF-Mitarbeitende haben vor Ort über ihre Arbeit erzählt und mit einem kleinen Präsent für die Unterstützung gedankt. 

Eine freudige Aktion, die auch uns vom WWF-Team Spass gemacht hat.

Anita Mazzetta, Co-Geschäftsleiterin WWF Graubünden

 


Unsere herzigen Pandabären: Wer hat sie gemacht?

Sie reisen mit uns von Anlass zu Anlass. Und der grosse Auftritt steht kurz bevor. In den nächsten Tagen werden unsere 50 Pappemaché-Pandabären gute Figur in der Bahnhofstrasse in Chur machen und hoffentlich für überraschende Blicke sorgen.

Doch, wer hat diese herzigen Pandas für den WWF gebastelt? Es sind die flinken Hände der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Arbeitsstätte der Plankis Stiftung. Sie hatten grossen Spass bei der Herstellung und wir freuen uns riesig über die zuckersüssen Pandas. Vielen Dank für diese tolle Leistung.

Beat Deplazes, Präsident WWF Graubünden


Overshoot Day 2025 in Chur

7.5.2025

Der WWF rollt den gestressten Planeten durch die Strassen von Chur und zeigt: Ab heute leben wir auf Pump. Wir haben bereits alle natürlichen Ressourcen für 2025 aufgebraucht, noch früher als im Jahr 2024. Wir leben auf zu grossem Fuss und verbrauchen für unseren Konsum in der Schweiz 2.87 Erden. Das geht auch anders!

Anita Mazzetta, Co-Leiterin WWF Graubünden

Wie gross ist Dein Fussabdruck?
Mit dem Footprint-Rechner kannst du Deinen persönlichen ökologischen Fussabdruck ermitteln: Footprint-Rechner


Werde Heckenwatcher:in

29.4.2025

Mit Freiwilligen pflanzen und pflegen wir ökologisch wertvolle Hecken. Doch, wie wirken unsere Natureinsätze langfristig? Das wollen wir mit unseren freiwilligen Heckenwatcher:innen herausfinden. Sie besuchen ehemalige Einsatzorte, überprüfen den Zustand der angelegten Hecken, Waldränder, Steinhaufen und anderer Strukturen und tauschen sich mit Landwirtinnen und Landwirten aus.

An diesem schönen Frühlingstag treffen sich unsere ersten Heckenwatcherinnen und Heckenwatcher in Obersaxen zum ersten Bildungstag. Hier in Obersaxen haben Freiwillige vor fast fünf Jahren zwei Hecken mit einem Landwirt gepflanzt. Genau diese jungen Hecken nehmen die neuen Heckenwatcher jetzt mit der Ausbildnerin Nicole Ackermann unter die Lupe. Gemeinsam lernen sie, die ökologische Qualität zu beurteilen und das Qualitäts-Formular auszufüllen.

Bist auch Du interessiert? Weitere Heckenwacher:innen sind herzlich willkommen. Mehr dazu hier

Nicolas Schnotz, WWF-Freiwilligenmanager


Mooreinsatz: Frühlingsputz im Riedbodamoor auf Brambrüesch

25.4.2025

Das Gebiet ist an diesem erstmalig stattfindendem Frühlingsputz-Nachmittag tatkräftig von Freiwilligen von Abfall und unerwünschtem Material gesäubert worden, damit sich die Natur wohlfühlen kann. Trotz trüben Wetteraussichten konnten wir einen angenehmen, ruhigen und trockenen Nachmittag in Brambrüesch erleben und das Flachmoor «Riedboda, Brambrüesch» für die Besucher während der Sommersaison fitmachen. Danke für die tolle Zusammenarbeit zwischen WWF Graubünden, Gemeinde Churwalden, Naturfreunde Graubünden und der Interessengemeinschaft Brambrüesch. Wir freuen uns schon heute auf den Moorpflegetag im Herbst, wo grössere Arbeiten wie Fichtenfällen, Säubern des Teiches etc. geplant sind und durch fachkundige Personen begleitet wird.

Martina Domenig, Präsidentin IG Brambrüesch


Unterschriftensammlung für die Finanzplatzinitiative

26.4.2025

An diesem Samstag starteten wir die Unterschriftensammlung für die Finanzplatz-Initiative. Zusammen mit Beat Deplazes, Präsident WWF Graubünden - ein alter Hase beim Unterschriftensammeln - sammelte ich "Neuling" meine ersten Unterschriften in der Bahnhofstrasse Chur. 35 Unterschriften. Immerhin – so sagte ich mir.

In den nächsten Monaten Mai bis Juni sind weitere Sammeltage in Ilanz, Samedan, Chur und Glarus geplant. Auch die Geschäftsstelle sowie der Vorstand werden an öffentlichen Sammeltagen oder im privaten Umfeld Unterschriften sammeln. Über weitere Freiwillige würden wir uns freuen.

Wir bleiben dran und sind motiviert, uns für einen nachhaltigen Finanzplatz Schweiz zu engagieren. Ein wichtiger Schritt für die Verbesserung des Klima- und Biodiversitätsschutzes auf globaler Ebene.

Tanja Niffeler


100 Bäume zum 50igsten Geburtstag

12.4.2025

An diesem idyllischen Tag warte ich mit zehn weiteren motivierten Freiwilligen unterschiedlichen Alters gespannt auf unseren Einsatz im Stoggwald in Maladers. Der Revierförster Mattiu Cathomen erklärt uns, warum wir hier neue Bäume pflanzen: Die Wälder von Maladers werden hauptsächlich von Fichten dominiert. Doch der Klimawandel setzt diesen und vielen anderen Baumarten stark zu, da sie zunehmend unter Trockenheit und Hitze leiden. Um unsere Wälder klimafit zu machen, müssen wir verstärkt andere Baumarten fördern, und die robusten Eichen kommen mit den neuen Bedingungen besser zurecht.

Eichen für die Biodiversität

Im Stoggwald erhalten die natürlich wachsenden Fichten und Lärchen Gesellschaft von unseren neu gepflanzten Eichen. Petra Ahonen, die Einsatzleiterin des WWF, begleitet uns Freiwillige und achtet darauf, dass wir die Jungbäume ordnungsgemäß pflanzen. 100 junge Eichen schaffen wir bis am späteren Nachmittag. Doch damit ist es nicht getan: Die jungen Pflanzen müssen auch vor Wildverbiss geschützt werden, denn Rehe und Hirsche haben eine Vorliebe für diese zarten Bäume. Gemeinsam packen wir tatkräftig mit an. Die Pfähle für 40 Einzelschütze haben die Forstleute bereits gesetzt. Wir Freiwillige schaffen noch zusätzlich 10 Einzelschütze und machen alle 50 zu, damit die 100 Jungpflanzen geschützt sind.

Am Ende dieses zwar anstrengenden, aber sehr motivierenden Einsatzes können wir stolz auf unsere Arbeit blicken! Jeder neu gepflanzte Baum ist ein Schritt hin zu einer vielfältigeren und resilienten Natur.

Beat Deplazes, Teilnehmer
 


Bärengeschichten im Nationalparkzentrum

12.4.2025

Volles Haus auch im Nationalparkzentrum in Zernez. Die Grossraubtiere faszinieren. Der WWF Graubünden hat Reno Sommerhalder, Bärenexperte, Filmemacher und Autor, eingeladen über seine Bärengeschichten zu erzählen. Er hat die zahlreichen Besucher:innen in seine aufregende Welt der Bären mit spannenden Geschichten und packenden Fotos und Videos über Bären in Kanada/Alaska, Kamtschatka und Europa entführt. Eine Annäherung an ein aussergewöhnliches Tier.

Beat Deplazes, unser Präsident, hat mit den zwei Anlässen zum Bär und zum Wolf, zwei spannende Events organisiert. Danke. Nun fehlt noch der Dritte im Bunde der grossen Beutegreifer: der Luchs. Am 11. Juni gibt es eine spannende Exkursion zum Luchs im Engadin. Mehr dazu finden Sie hier

WWF Graubünden 



Grosses Interesse für "Wolfsdynastien"

11.4.2025

Volles Haus in Ilanz. Der Bündner Naturfotograf und Autor Peter A. Dettling begeistert mit seiner Multimediashow zum Wolf. Er gibt einen faszinierenden Einblick in 30 Jahre Arbeit an der Front, über seine Beobachtungen und Erfahrungen mit wildlebenden Wölfen in der Schweiz und Nordamerika. "Wolfsdynastien" heisst sein neustes Buch. 

Ein sehr schöner Anlass mit einem interessierten Publikum. Danke Peter für diesen tollen Abend!

WWF Graubünden


50. Mitgliederversammlung des WWF Graubünden

10.4.2025

50 Jahre Umweltschutz in Graubünden. An der 50. Mitgliederversammlung des WWF Graubünden in Chur schauen wir nicht zurück. Vielmehr widmen wir uns den Herausforderungen im Klima- und Naturschutz - global bis lokal. "Umweltschutz - Game over?" fragt Thomas Vallacott, CEO WWF Schweiz, in seinem Referat. Er beschönigt nicht die weltweiten Krisen, zeigt aber auch, dass Grossartiges im Klimaschutz geschieht. 

Regierungsrätin Carmelia Maissen überbringt die Grussbotschaft der Bündner Regierung und äussert ihre Wertschätzung für das grosse Engagement der WWF-Sektion. Anschliessend diskutieren Carmelia Maissen, Regierungsrätin, Thomas Vellacott, CEO WWF Schweiz und Stefan Forster, Leiter Forschungsbereich Tourismus und Nachhaltige Entwicklung ZHAW unter der Leitung von Kaspar Schuler, CEO CIPRA intern., zum Thema «Von der globalen Krise zur lokalen Verantwortung – Graubünden als Teil der Lösung für Klima und Biodiversität».

Der WWF Graubünden dankt den Gästen und Anwesenden für den gelungenen Jubiläumsanlass.

Weitere Impressionen zum Anlass hier


Unsere Pandas sind bereit für die grosse Reise

9.4.2025

Die ersten Pappmache Pandas sind bereit für die Reise durch den ganzen Kanton. Sie werden uns zu den vielen Aktionen und Events in den Regionen des Kantons begleiten, die wir zum 50. Geburtstag des WWF Graubünden organisieren. 

Falls Sie die Pandas irgendwo im Kanton antreffen, lassen Sie sich überraschen und besuchen Sie unseren Anlass! Wir würden uns freuen.

WWF Graubünden



Mooreinsatz in Büdemji (Valzeina)

5.4.2025

Im stillen Seitental des Prättigaus gings zum zweiten Mal mit viel Elan und Freude ans Entbuschen des Flachmoores. Die freiwilligen Helferinnen und Helber entfernten Fichten und Weiden aus dem Flachmoor. Mit der zunehmenden Verbuschung wird das Moor nämlich nach und nach entwässert und es werden zu viele Nährstoffe eingetragen. Auch das Schilf wurde zusammengenommen, weil es die Verlandung des Moors fördert. Mit den Ästen bauten wir wie letztes Jahr grosse Wieselburgen.

Diesmal hatten wir auch einen Moorexperten vor Ort: Martin Stieger gab uns spannende Einblicke in die Pflege des Moores und seinen typischen Zeigerpflanzen und seltenen Bewohnern.

Ein freudiger gelungener Einsatz mit etwas Muskelkater und zufriedenen TeilnehmerInnen.

Nicole Ackermann, Einsatzleiterin


Natur z’Khur: Neophyten am Abend im Seidengut

3.4.2025

Am Donnerstag war es soweit. Bei dem zweistündigen Einsatz im Seidengut (Chur) galt unsere Aufmerksamkeit den invasiven Neophyten, insbesondere dem einjährigen Berufkraut und der Goldrute. Zu viert machten wir uns daran, die noch kleinen Pflanzen auszustechen. Bei bester Abendstimmung und tollen Gesprächen merkten wir erst, als die Sonne unterging, dass es auch für uns Zeit war, unseren Bus zu erwischen. Während des Einsatzes konnten wir einen 35-Liter-Sack mit den genannten Neophyten füllen.

Vielen Dank für den tollen Einsatz am Seidengut!

Mischa Waibel, Einsatzleiter


Vom eintönigen Kanal zum Naturparadies

2.4.2025

Bei herrlichem Frühlingswetter durfte ich zusammen mit dem Ökofonds-Gremium "naturemade star" der EWZ den frisch renaturierten Werdenberger Binnenkanal bei Sevelen (SG) besuchen. Der Grund: die Revitalisierung wurde vom Ökofonds mitfinanziert. 

Renaturierter Werdenberger Binnenkanal

In den letzten Monaten wurde auf rund 2000 m ein völlig neues naturnahes  Gerinne gebaut. Eine Meisterleistung der Baggerführer. Die Ufer sehen jetzt zwar noch kahl aus. Die über 3000 gepflanzten Bäume und Sträucher werden aber schon bald für eine vielfältige Ufervegetation sorgen.

Revitalisierungen dank Ökostrom aus dem Bergell

Nach der Revitalisierung des Binnenkanals bei Buchs, ist das nun bereits die zweite grosse Revitalisierungs-Etappe. Der Werdenberger Binnenkanal entwickelt sich immer mehr zu einem Paradies für Tiere, Pflanzen und die Menschen. Dies auch dank dem grünen Strom aus dem Bergell. Mit jeder verkauften Kilowattstunde Strom aus dem zertifizierten KW Castasegna geht ein Beitrag in einen Ökofonds. Das Geld wird für ökologische Aufwertungen, wie am Werdenberger Binnenkanal, eingesetzt.

Anita Mazzetta, Mitglied des Gremiums naturemade star-Fonds EWZ

 

Weitere Infos: 

naturemade star-Fonds (EWZ)

Werdenberger Binnenkanal


OK Klima: Klimaengagement beginnt regional

24.3.2025

Wir haben das Pariser Klimaabkommen. Wir haben in der Schweiz das Netto Null-Ziel. Doch, was nützen diese Absichten, wenn regional nichts passiert! Das möchte das Projekt "OK Klima" ändern. Auf seine Schweizer Tournée machte "OK Klima" auf Einladung des WWF auch Halt in Chur. 

Unterstützung für lokale Initiativen

22 eingeladene Personen aus der Fachwelt und Zivilgesellschaft diskutierten die Klimapolitik der Stadt Chur. Dabei zeigte sich: Chur hat noch viel zu tun, wie die meisten Gemeinden in der Schweiz auch. Anschliessend diskutierte die Gruppe die Klimahebel für die Bereiche Energie/Gebäude/Governance, Ernährung/Konsum und Mobilität. OK Klima sammelt die Resultate vom Workshop in Chur und aus anderen Schweizer Gemeinden. Daraus entstehen konkrete Werkzeuge, um lokale Gruppen, die sich für eine ambitionierte Klimapolitik engagieren, zu unterstützen. 

Der WWF dankt "OK Klima" für den Besuch in Chur und ist gespannt, auf das weitere Vorgehen.

Anita Mazzetta, Co-Leiterin WWF Graubünden

Weitere Infos unter OK Klima

 


Seltene gefährdete Käferarten im Seidengut nachgewiesen!

15.4.2025

Wer hätte gedacht, dass sich solche Raritäten unter der Rinde der alten Bäume im Seidengut verbergen? Seit über 20 Jahren pflegen wir mit den Freiwilligen das Seidengut: Entbuschen, Mähgut rechen, Neophyten bekämpfen - all das steht alljährlich auf dem Programm. Schon einige Male habe ich mir überlegt: "Man müsste reinschauen können in die Bäume."

Die meisten Holzkäferarten im Seidengut nachgewiesen

Ein Forscherteam nahm im letzten Jahr im Auftrag des Amtes für Natur und Umwelt mehrere Standorte mit alten Obstbäumen rund um Chur unter die Lupe. Insgesamt konnten sie 49 Käferarten, darunter mehrere seltene und gefährdete Käfer, nachweisen. Die meisten Arten, nämlich 24, konnten im Seidengut nachgewiesen werden. Besonders erwähnenswert: der als gefährdet geltende Hirschkäfer (Lucanus cervus,VU), der potentiell gefährdete Kopfhornschröter (Sinodendron cylindricum, NT) und der Schwarze Pflanzenkäfer (Prionychus melanarius: eine Urwaldreliktart). Ebenso wurde ein zwar nicht seltener, aber bisher in Graubünden kaum nachgewiesener, sehr kleiner Vertreter der Stäublingskäfe  (Mycetaea subterranea) gefunden. Ein Grund mehr, dieses Gebiet zu schützen und zu erhalten!

Mach mit!

Sei auch du dabei und pack mit an: der WWF Graubünden feiert in diesem Jahr sein 50 jähriges Jubiläum und hat einiges zu bieten.

Hier geht es zu den aktuellen Freiwilligeneinsätzen.

Yvonne Panzer, Leiterin Freiwilligeneinsätze im Seidengut



Gemeinsamer Hegeeinsatz der Jägersektion Montalin und des WWF Graubünden

8.3.2025

Am Samstag, 8. März 2025 fand der gemeinsame Hegeeinsatz der Jägersektion Montalin und des WWF Graubünden statt. Um 08:30 Uhr versammelten sich die Teilnehmer am Bahnhof Lüen, wo sie von Armando Brügger, Hegeobmann der Jägersektion Montalin, und Cilgia Schatzmann, Projektleiterin des WWF Graubünden, begrüsst wurden. Bei Kaffee und Gipfeli wurde der Tagesablauf besprochen.

Anschließend machten sich die Jäger und freiwilligen Helfer des WWF, ausgestattet mit Motorsägen, Schaufeln, Pickeln und diversem Werkzeug, auf den Weg unterhalb von Lüen, nach Under Sufs. Dort wurde der Trockenstandort von regionaler Bedeutung weiter entbuscht und vergrössert. Die Jäger der Jägersektion Montalin pflegen diesen Standort schon mehrere Jahrzehnte lang. Während der Pause zeigte Cilgia Schatzmann eindrucksvolle Vergleichsfotos aus den Jahren 1985 bis 2024, die das zunehmende Zuwachsen der Landschaft verdeutlichten.

Armando Brügger erklärte in der Pause zudem die Bedeutung der Massnahmen für das Wild. Neben der notwendigen Ruhe im Winter benötigen die Tiere auch ausreichend Äsungsmöglichkeiten. Dafür wird das Heu auf den Tristen gelagert, sodass das Wild es im Winter aufnehmen kann. Dadurch bleibt es von den Dörfern und dem Bahngleis fern, was das Risiko von Unfällen verringert.

Nach getaner Arbeit verwöhnte der „Stinarüti-Beizer“ Ruedi die gesamte Mannschaft mit Bratwurst und Magronensalat. Zum Dessert gab es Kuchen und Kaffee. 

Ein besonderes Dankeschön gilt Ernst Pargätzi und Hanni Hug, den Eigentümern des Landes, die sehr begeistert von der Leistung der freiwilligen Helfer waren und deshalb die „Zvieri“-Kosten vollständig übernahmen.

Ebenfalls ein grosses Dankeschön an alle Beteiligten für ihren tatkräftigen Einsatz! Weiter geht es im Sommer mit der Heuernte!

Armando Brügger, Hegeobmann der Jägersektion Montalin



Natur verbindet

26.2.2025

Ich staune. „Dia Niala muass weg!“ Sagt Beat Deplazes und schwingt sich in den Ahorn im Churer Seidengut. „Ok“, er ist frisch pensioniert, denk ich mir, „da hat man Speuz!“ Der Asthaufen, den die Mitarbeitenden der Stadt perfekt drapiert auf dem dritten Mauerband zurück gelassen hatten, den hat er schon zur Seite gehievt. Das Knäuel von abgeschnittenen Ästen, einer riesigen Skulptur ähnlich, fest gelegen am Fuss der Verankerung gegen Steinschlag, zerren wir zu zweit in die Büsche. „Ein grossartiger Lebensraum“, murmelt er. Das Blech, das ich beinahe als Rückbleibsel unachtsamer Nachbarn abtue und entsorgen möchte, stellt sich als Unterschlupf für Schlangen heraus. „Das hat Hans Schmocker hier platziert“, weiss Beat. Seit 15 Jahren packt er im Seidengut mit an.

Alles begann vor 50 Jahren

Vor 50 Jahren legten Naturschützerinnen der Region den Grundstein für den WWF Graubünden. Seit 50 Jahren bewirtschaften wir den Bio Hof Hilarien in Chur als Familienbetrieb. Am Projekttag von „Natur verbindet“ im Churer Seidengut fand alles zusammen. Landwirtschaft, WWF, Gemeinde und Freiwillige hatten vereint angepackt, während zeitgleich auf meinem Mailaccount die Nachricht einging, dass auf drei der von uns standortangepasst, bewirtschafteten Weiden, Käfer gefunden worden waren, die vom Aussterben bedroht sind. Auch hier im Seidengut. Alles kommt immer wieder mal gut. 

Flavia Brüesch, Landwirtin
 

 


Spannender Heckenpflegekurs

1.2.2025

Mit viel Wissen und Leidenschaft leitete uns Nicole Ackermann an, um die Heckenstreifen zwischen Trimmis und Wietene zu pflegen. Gemeinsam wurde mit viel Eifer Nielen gerupft und Haseln geschnitten. Nebenbei gab es eine Fülle von Hintergrundwissen zu Theorie und Praxis der Pflege, Verwertungsmöglichkeiten für Wildfrüchte, Neuanlage von Wildhecken, Pflanztricks...

Schneiden, stutzen, staunen

Daneben machten die Bauern, die die Flächen bewirtschaften sowie der Förster einen Besuch, um den Teilnehmern ihr Wissen preiszugeben. Sie zeigten die Notwendigkeit der Heckenpflege auf, die erforderlichen Massnahmen und sorgten für unser leibliches Wohl. Wir gingen heim mit einem Rucksack voller Wissen vereint mit Tatendrang, um eigene Wildfrucht- Kreationen auszuprobieren.

Yvonne Panzer, Kursteilnehmerin


Auf der Suche nach heimischen Gehölzen und Tagfaltereiern

11.01.2025

Am zweiten Januarsamstag trafen sich 6 Teilnehmende in Trimmis zur WWF-Exkursion «Tagfalter im Winter». Nach einer kurzen Einführung ging es durch das Dorf bis zur Trockenweide von nationaler Bedeutung «Cartschitscha». Auf dem Weg dorthin konnten wir viele Wildgehölze und deren Wintermerkmale genauer anschauen, von der häufigen Hasel bis zum seltenen Felsen-Kreuzdorn.

Wie leben Tagfalter im Winter?

Neben der Gehölzkunde wurde auch über die Lebensweise der Tagfalter im Winter berichtet. Das Kernthema dabei waren die Zipfelfalter, eine Gruppe der Bläulinge, die bis auf eine Ausnahme den Winter als Ei überstehen. Gefunden haben wir Eier vom Nierenfleck und dem Kreuzdorn-Zipfelfalter. Beide Arten werden im Sommer selten beobachtet, weil die Falter oft in Gehölznähe sind und leicht übersehen werden. Ersterer überwintert meist in den Verzweigungen von Schwarzdorn, Traubenkirsche oder auch im Garten an Steinobst (ausser Kirschen). Letzterer auf dem Kreuzdorn, und im Churer Rheintal speziell zu nennen, der seltene Felsen-Kreuzdorn.

Neben der Gehölz- und Tagfalterkunde wurde zudem der Lebensraum Trockenweide beleuchtet. Eine Reise in die Vergangenheit zeigt, dass in den letzten 60 Jahren die Trockenweiden dem Siedlungsbau stark gewichen sind. Dennoch finden sich hier noch bedeutende Trockenweiden direkt am Dorfrand, die zu Erhalten sind.

André Besimo, Gehölz- und Tagfalterkenner, Exkursionsleiter

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