GR: Bündner Gewässer unter Druck: Neue Allianz macht sich für ihren Erhalt stark
02. September 2026
Gerade der aktuelle heisse und trockene Sommer zeigt, wie stark die Bündner Fliessgewässer unter Druck stehen. Gleichzeitig erfüllen sie zentrale Funktionen für Natur und Gesellschaft: Sie bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sind Erholungsorte und Grundlage für die Produktion erneuerbarer Energie. Vielerorts ist ihr natürlicher Abfluss jedoch stark reduziert und gestört. Steigende Wassertemperaturen und längere Trockenperioden verschärfen die Situation zunehmend.
Mit der neuen Allianz Auas Grischunas bündeln Organisationen aus Natur- und Umweltschutz, Fischerei und Wassersport ihre Kräfte. Zum Start gehören zur Allianz: Umwelt Graubünden, WWF Graubünden, Pro Natura Graubünden, die Greina-Stiftung, der Bündner Kantonale Fischereiverband (BKFV), Swiss Canoe, die Kanuschule Versam, der Vogelschutz – Protecziun d'utschals Surselva sowie der Fischereiverein Ilanz & Umgebung. «Unsere Bäche und Flüsse stehen massiv unter Druck. Wir müssen heute dafür sorgen, dass Graubünden ein paar ungestaute Fliessgewässer bleiben», sagt Kaspar Schuler, Präsident Umwelt Graubünden.
Der Glenner macht den Anfang
Als erstes Bündner Gewässer rückt Auas Grischunas den Glenner ins Zentrum. Auf rund 30 Kilometern fliesst er durch Schluchten, Wälder und Auen der Val Lumnezia, bevor er bei Ilanz in den Vorderrhein mündet. Entlang seines Laufs liegen acht wertvolle Auen, vier davon von nationaler Bedeutung. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten.
Gleichzeitig steht der Glenner unter Druck. Für die Stromproduktion sollen fünf seiner Quellbäche gefasst und ihr Wasser ins Einzugsgebiet des Hinterrheins umgeleitet werden. Dem Glenner würde Wasser entzogen, das heute durch die Val Lumnezia in den Vorderrhein und weiter durch die Ruinaulta fliesst. Damit würde ausgerechnet jene natürliche Dynamik geschwächt, die den Glenner und seine wertvollen Auen heute auszeichnet.
Gemeinsam den Glenner entdecken
“Der Glenner mit seinen Auen, seiner Tier- und Pflanzenwelt, ist ein ganz besonderer Lebensraum - und dennoch kaum bekannt. Diesem Lebensraum müssen wir Sorge tragen”, sagt Helen Riedi, Präsidentin Vogelschutz – Protecziun d'utschals Surselva. Deshalb startete die Allianz mit einer Exkursion zu verschiedenen Auen und weiteren besonderen Orten am Ober- und Unterlauf des Glenners. Und nun folgt die Informationskampagne mit einer neuen Webseite, auf Instagram und auf Facebook.
Künftig will die Allianz weitere besonders wertvolle Bündner Bäche und Flüsse ins öffentliche Bewusstsein rücken und aufzeigen, warum lebendige Fliessgewässer für Graubünden wichtig sind. Die Allianz will dabei weiter wachsen und möglichst viele Menschen und Organisationen für den langfristigen Erhalt der Bündner Gewässer gewinnen.
Haus der Umwelt
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