Glenner

Lasst den Glenner frei fliessen!

Die Kraftwerke Zervreila AG, die heute bereits die Gewässer des Valser- und Safientals nutzen, wollen auch das Wasser im Val Lumnezia fassen. Die Gewässer im hinteren Tal sollen in einem Stollen nach Vals geleitet werden und dort in die bestehende Anlagen der KW Zervreila fliessen.

Nach der Verstromung würde das Lugnezer Wasser damit nicht mehr durchs Lugnez in den Vorderrhein, sondern bei Rothenbrunnen in den Hinterrhein fliessen. Die Rheinschlucht würde damit zu einer dreifachen Restwasserstrecke. Denn heute wird bereits Wasser vom Valserrhein wie auch von der Rabiusa im Safiental in den Hinterrhein geleitet. Mit der Ausleitung des Glennerwassers würde im Glenner und in der Rheinschlucht noch weniger Wasser fliessen. Schon heute leiden die Fische in der Rheinschlucht unter Wassermangel. Bei Sunkabfluss im Herbst kommt die Seeforelle kaum mehr durch. Und im Glenner hätte die Seeforelle zu wenig Wasser, um hinaufschwimmen zu können. Dies obwohl der Kanton mit der Sanierung der Schwelle in Peiden den Aufstieg der Seeforelle in den Glenner wieder ermöglichen möchte.

Auen ohne Dynamik
Auch die Auen im Glenner leiden unter Wassermangel. Mit der geplanten Überleitung würde den Auen sogar die Hälfte des natürlichen Sommerabflusses fehlen. Andererseits fehlen heute die Hochwässer, weil diese im Zervreilasee gespeichert werden. Die Kies- und Sandbänke in den Glennerauen wachsen darum immer mehr zu. Wertvolle Lebensräume gehen mehr und mehr verloren. Der gesetzlich verankerte Auenschutz ist bereits heute - und mit der geplanten Überleitung noch weniger - gewährleistet.

Natur und Energie zusammendenken
der Glenner ist der letzte noch intakte Talfluss in der Surselva und darum ein wertvoller Lebensraum für die Fische. Ganz anders sieht es im Vorderrhein aus. Der extrem schnelle Wechsel zwischen Schwall und Sunk im Takt der Wasserkraftproduktion schwemmt Kleinlebewesen und Jungfische im Stundentakt weg oder lässt sie stranden und ausgetrocknen. Deshalb ist die Schwall-Sunk-Sanierung am Vorderrhein zentral. Mit einer Leitung von der Wasserrückgabe in Ilanz bis zum Kraftwerk Reichenau könnte der Schwall abgeführt und gleichzeitig energetisch genutzt werden. Mit dieser Schwallausleitung könnte die Ruinaulta nicht nur am effektivsten saniert werden. Dieses Ausleitkraftwerk würde auch viel mehr Strom liefern, als die geplante Überleitung Lugnez. Nur, für zwei Ausleitungen, also für die Schwallausleitung und für die geplante Überleitung Lugnez, hat es nicht genügend Wasser. Es braucht darum eine übergeordnete Lösung, die Natur und Energie zusammen denkt. 

Stopp vom Bundesgericht
Im Jahr 2013 hat das Bundesgericht die Bedenken der Fischer und Umweltorganisationen geteilt und das Projekt Überleitung als nicht genehmigungsfähig zurückgewiesen. Doch jetzt legen die Kraftwerksbetreiber das Projekt neu auf - ohne grosse Anpassungen. Einmal mehr müssen sich Fischer und Umweltorganisationen sich für diesen Lebens- und Erholungsraum voller Vielfalt und Schönheit zur Wehr setzen. 

Kanufahrer:innen, Fischer und WWF gemeinsam für den Glenner

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